Viele Unternehmen reden davon, dass Sie ihre Mitarbeiter aktiv mit einbinden, aber nur sehr wenige machen es in einer wirklich sinnvollen Art.
Oft werden die Mitarbeiter aufgerufen ihre Verbesserungsvorschläge einzureichen. Doch dann passiert NICHTS. Die Ideen werden ignoriert.
Das Sinnbild verstaubter Mitarbeitereinbindung ist der gute alte Kummerkasten. Irgendwo im Büro hängt, wird schnell zum Möbelinventar und erfüllt nicht seinen Zweck. Vielleicht wirft mal ein Kollege einen Zettel in den Briefkasten, doch erst Monate später wird die Box von der Sekretärin mal geleert. Keiner fühlt sich verantwortlich, am wenigsten der Chef.
Es ist an der Zeit den Kummerkasten zu entfernen. Hier kommt Abhilfe:
Eine sehr sehr coole Vorgehensweise mit Verbesserungsvorschlägen richtig umzugehen, bietet die Marketing Agentur Quirk in Johannesburg und UK.
Und die sieht so aus:
Alle Mitarbeiter sind dazu aufgerufen Ideen einzureichen. Für ihre Ideen müssen sie dann Unterstützer unter den Kollegen finden. Je nach Unterstützer-Größe werden Ideen dann umgesetzt – oder nicht.

Hier die Übersicht des Prozesses

Der erste Schritt besteht darin seine Idee auf einer Pinnwand zu posten, die an einem zentralen Ort im Unternehmen steht. Als nächstes versucht man dann 12 Supporter unter den Kollegen zu finden. Personen, die eine Idee befürworten, können einfach durch einen Sticker ihre Unterstützung zeigen.

Viele Ideen schaffen diese Hürde nicht. Fehlendes Interesse, keine Verbesserung für das Unternehmen. Diese Ideen, die keine Runde weiter kommen, erhalten einen Ehrenplatz auf dem „Friedhof“:

 

Die Verbesserungsvorschläge, die genug Unterstützer gesammelt haben, werden weiter vorgestellt. Die Person hinter der Idee schreibt einen einseitigen Vorschlag, der dann an die Geschäftsleitung weiter geleitet wird. Wenn die Geschäftsleitung die Idee genehmigt, wird der Prozess ins Rollen gebracht („Ideas in motion“):

Ältere Ideen, die bereits in der Vergangenheit genehmigt wurden, werden weiterhin unter „Was bereits gestartet ist“ gelistet:

Selbstverständlich hat die Geschäftsführung das Recht Ideen zu kippen, dies muss dann aber auch öffentlich genau erläutert werden. Ein einfaches „Nein“ reicht nicht aus.
Zusätzlich werden auf der Pinnwand die Kosten vorangegangener Ideen gelistet. Die Mitarbeiter sollen auch erkennen, was das Unternehmen bereits investiert hat.

Ich finde diesen Prozess genial. Aus folgenden 5 Gründen:
1. Visualisierung
Die Pinnwand erlaubt Kreativität und gute Visualisierung. Gut, da steckt natürlich auch eine sehr schöne Aufbereitung der Dokumente hinter.
2. Analog
Na klar könnte man diesen Prozess auch mit einer App, im Intranet oder mit Spreadsheets durchführen. Aber dieser ganz einfache „old-school“ Aufbau mit Korkwand, Pinnadeln, Stimm-Aufklebern hat Charme und erhält Dynamik. Sie ist bei Quirk in der Kantine aufgestellt. Während man also sein Mittag einnimmt, wird man nebenbei angeregt sich mit Optimierungsprozessen ein wenig auseinander zu setzen. Ich bin sicher, dass dadurch diverse Ideen in Kantinengesprächen entstanden sind
3. Schnell
Der Prozess ist schnell. Dadurch, dass jeder Mitarbeiter täglich an der Wand vorbei läuft – auch die Geschäftsführung – können Vorschläge gar nicht vergessen werden.
4. Erinnerung 
Die Wand hat zusätzlich eine sehr gute Erinnerungsfunktion. Zum einen sehen die Mitarbeiter erfolglose, vergangene Ideen und brauchen diese dann kein zweites Mal einreichen. Zum anderen erkennen die Mitarbeiter aber auch, was bereits alles übernommen, eingeführt und investiert wurde in der Vergangenheit.
5. Transparenz
Das gute an diesem fairen Verfahren ist, dass es nicht darauf ankommt welche einflussreichen Personen man kennt um seine Idee umsetzen zu lassen. Nein, hier gewinnt die wirklich erfolgsversprechende, gemeinsam beschlossene Idee.
Es ist also ein klasse Ansatz allen Kollegen Autonomie und Kontrolle über ihre Arbeitsumgebung zu verschaffen und somit zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit zu gelangen. Je mehr der einzelne zum Erfolg des Unternehmens beitragen kann, desto mehr Verbundenheit und Zugehörigkeit empfindet er.
Das Unternehmen steigert seine Effizienz und fördert die Kreativität und Innovation der Mitarbeiter.
Also stark vereinfacht:
Gemogelte Mitarbeitereinbindung (verstaubter Kummerkasten) = Frustration + Zynismus
Echte Mitarbeitereinbindung = Vertrauen und Zufriedenheit

 

Alle Bilder sind im Besitz von Quirk, aufgenommen von Alexander Kjerulf.

 

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